// Werterhaltung der Fischereirechte
Die Fischerei und somit auch die Nutzung und Wertstellung der Fischereirechte ist einer Vielzahl überlagerter Rechtsansprüche sowie überbordender Planungsgrundlagen ausgesetzt. Besonders zu nennen sind Flächenplanungen des Naturschutzes, Prädatoren, Artenschutzstrategien, Wasserkraftanlagen, Schifffahrtsausbaumaßnahmen, Wasserentnahmen und Einleitungen. Die Entwertung des Fischereirechtes in Niedersachsen ist hierdurch leider schon sehr weit fortgeschritten.
// Wert der Fischereirechte in Niedersachsen
Fischereirechte sind wirtschaftlich relevante Nutzungsrechte, die den Zugang zu Gewässern, Fischbestände und Bewirtschaftungsmöglichkeiten regeln und sichern – und damit ein zentraler Bestandteil der nachhaltigen Nutzung und Pflege von Binnengewässern. Fischereirechte ermöglichen aktives Management und Bewirtschaftung, das für viele Arten (z. B. Äsche, Aal, Karausche) überlebenswichtig ist und haben so einen erheblichen Einfluss auf regionale Wertschöpfung, Biodiversitätspflege und den Erhalt von Kulturlandschaften.
Gleichzeitig stehen sie durch Prädation, Nutzungsrestriktionen und strukturelle Veränderungen zunehmend unter Druck.
🎣 Was Fischereirechte in Niedersachsen wertvoll macht
1. Wirtschaftlicher Wert
• Erträge aus Binnenfischerei und Teichwirtschaft Fischereirechte ermöglichen die Nutzung von Gewässern zur Fischproduktion, Bewirtschaftung und Vermarktung. Fischerei ist Teil des immateriellen Kulturerbes und stärkt lokale Gemeinschaften.
• Regionale Wertschöpfung und ländliche Entwicklung Regionale Lebensmittelproduktion mit hoher Qualität und kurzen Lieferketten. Viele Betriebe sind familiengeführt, bestehen seit Generationen, stabilisieren strukturschwache Regionen und tragen zur lokalen Versorgung mit Lebensmitteln bei.
• Angeln gilt als Kulturgut, Angeltourismus hat eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung; Nds hat rund 108.000 organisierte Angler, Deutschlandweit angeln 6,64 Mio. Menschen mindestens einmal pro Jahr, die Angelfischerei generiert 6,4 Milliarden € ökonomischen Nutzen und schafft 52.000 Arbeitsplätze
2. Ökologischer Wert
• Pflege und Erhalt von Kulturlandschaften Teichwirtschaften und traditionelle Bewirtschaftungsformen prägen Landschaften und regionale Identität, schaffen und erhalten artenreiche Lebensräume und gelten als Hotspots der Biodiversität. Angelfischerei und Bewirtschaftung fördern Naturverbundenheit und Umweltbildung.
• Stabilisierung von Ökosystemen Fischereibetriebe stabilisieren Gewässerökosysteme durch Besatz, Pflege und Nährstoffmanagement. So tragen sie z. B. durch Nährstoffaustrag zur Verbesserung eutrophierter Gewässer bei.
• Arten- und Habitatschutz Viele Lebensräume (z. B. Teichlandschaften, Auen, Dauergrünland) sind ohne Nutzung nicht stabil.
3. Rechtlicher Wert
• Exklusive Nutzungsrechte Fischereirechte sind historisch gewachsen und rechtlich klar abgegrenzt – ähnlich wie Wasser- oder Jagdrechte.
• Planungssicherheit Sie regeln den Zugang zu Gewässern, ermöglichen so nachhaltige Bewirtschaftung und bestimmen, wer fischen, bewirtschaften oder Besatzmaßnahmen durchführen darf.
• Konfliktrelevanz Bei Naturschutzmaßnahmen, Gewässerumbauten oder Prädatorenmanagement spielen Fischereirechte eine zentrale Rolle.
📉 Warum der Wert aktuell unter Druck steht
• Prädation durch Kormoran, Fischotter und andere fischfressende Arten führt zu massiven wirtschaftlichen Verlusten und ökologischen Schäden (Verlust geschützter Arten).
• Restriktive Naturschutzvorgaben schränken Bewirtschaftung zunehmend ein und erschweren somit auch die Pflege.
• Unklare Zieldefinitionen in Wiederherstellungs- und Schutzprogrammen gefährden Planungssicherheit.
• Rückgang der Betriebe mindert regionale Wertschöpfung, gefährdet Kulturlandschaften und damit ihre Artenvielfalt und Schutzziele.
Fischereirechte haben einen hohen ökologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Wert, der jedoch durch aktuelle naturschutz- und prädationsbedingte Herausforderungen zunehmend gefährdet ist.
Als ARGE der Fischereigenossenschaften in Niedersachsen ist uns zentral daran gelegen, die Fischereirechte und somit auch die Fischereiausübung im Nutzungsumfang sowie in der Wertstellung zu sichern und zu fördern. Vor dem Hintergrund bieten wir Ihnen die Mitgliedschaft in unserem Fischereirechtsnetzwerk für Fischereigenossenschaften in Niedersachsen an. Damit verbunden sind auch vielfältigen Vertretungsanforderungen für das Fischereirecht, sowie ein fachlicher Informationsaustausch und Hilfestellungen in konkreten Problemfällen.
Forderungen: Fischereirechte sichern und im Wert fördern!
• Anerkennung des ökologischen und wirtschaftlichen Werts der Fischereirechte in politischen Entscheidungen.
• Verlässliche Rahmenbedingungen für Bewirtschaftung und Prädatorenmanagement.
• Stärkung der Teichwirtschaft als biodiversitätsfördernde Landnutzungsform.
• Einbindung der Fischerei in Gewässer- und Naturschutzprogramme als gleichberechtigte Akteurin.
• Sicherung der Fischereirechte als Grundlage für nachhaltige Nutzung und Pflege von Gewässern.
Die Hegepflicht – eine gesetzliche Kernverpflichtung aller Fischereiberechtigten und Fischereiausübungs-berechtigten – ist das Herzstück der Fischereirechte in Niedersachsen: Sie verbindet Nutzung und Schutz, verpflichtet zur nachhaltigen Bewirtschaftung und stellt sicher, dass ein artenreicher, gesunder und nachhaltiger Fischbestand erhalten oder entwickelt wird und dass Fischbestände und Gewässer ökologisch intakt bleiben. Die ARGE hat hierzu, gemeinsam mit dem LAVES - Binnenfischerei und fischereikundlicher Dienst, eine Handreichung für Genossenschaften erarbeitet, die heruntergeladen werden kann.